
- Aquarell 1787
- Ab 1148 / 50 Bau der Burg durch die Herren von Grumbach zur Sicherung der Herrschaft im westlichen Mainfranken.
- Zeit der Kreuzzüge, Teilnahme von Grumbachern an kriegerischen Unternehmungen Kaiser Friedrichs I „Barbarossa“.
- Ab 1243 wechselnde Besitzer. Zeit der Staufer; Kampf weltlicher und geistlicher Fürsten in Franken um die territoriale Herrschaft.
- 1342 erste urkundliche Erwähnung der Stadt Rothenfels unter der Burg am Main.
- 1474 Kauf der Burg und aller verpfändeten Ländereien durch Rudolf von Scherenberg, Fürstbischof von Würzburg und Herzog von Franken. Beginn der Habsburger-Herrschaft im Deutschen Reich.
- 1525 Einnahme, Plünderung und Beschädigung der Festung Rothenfels durch aufständische Bauern.
- Nach Wiederherstellung der Burg ist diese ein Würzburger Verwaltungszentrum mit Gerichtssitz und Gutsbetrieb. Die Fürstbischöfe kommen gerne zur Wildschweinjagd.
- 1803 gelangt die Burg in weltlichen Besitz der Fürsten von Löwenstein–Wertheim-Rosenberg. Die Stadt fällt an das Königreich Bayern.
- Die Löwensteiner richten auf der Burg das Fürstliche Herrschaftsgericht ein, später amtiert dort das Königlich Bayerische Landgericht. Die Gebäude werden auch als Schule, Kirche, Gefängnis, Scheune und Stall genutzt.
- Langsam verfällt die große Anlage.

- Ostern 1928 auf der Reigenwiese
- 1919 wird die Burg durch Kauf Eigentum des „Vereins der Quickbornfreunde e.V“ und durch das Wirken des schlesischen „Dreigestirns“ Hermann Hoffmann, Bernhard Strehler und Clemens Neumann ein Zentrum der unabhängigen katholischen Jugendbewegung. Tausende strömen zu den großen Feiern und Tagungen. Romano Guardini wird Burg- und Bundesleiter. Für viele, auch Bischöfe, ist das Zusammenwirken von männlicher und weiblicher Jugend im Verein, bei den Treffen und Feiern ein Ärgernis.
- Mit dem Theologen Romano Guardini (1885 – 1968) und dem Architekten Rudolf Schwarz (1879 – 1961) treffen zwei geistig Verwandte zusammen, die die Burg zum geistlichen Zentrum des Quickborn umbauen. In Abkehr von jeder Burgromantik entwickeln sie ab 1924 im strengen Stil des Bauhauses die Gestaltung des Rittersaales und der Burgkapelle. Hier wird vieles erprobt und gefeiert, was Jahrzehnte später in die große Liturgiereform mündet.
- In der NS-Zeit kämpft der Quickborn wie andere Jugendbewegungen ums Überleben. Die Treffen werden von Staats- und Parteiorganen überwacht. Die Bischöfe verhalten sich nach außen zurückhaltend, protestieren jedoch wiederholt gegen repressive Maßnahmen der Behörden.
- Der Quickborn ist katholisch, aber nicht kirchlich unter Aufsicht der Bischöfe. Jede Betätigung außer einer „rein religiösen“ gilt als staatsgefährdend und wird verfolgt.
- Unter allerlei Tarnungen wie z.B. Korporatives Mitglied im Caritasverband, konnte sich der Quickborn noch halten. Der letzte reichsweite Bundestag des Quickborn fand getarnt als Exerzitien im August 1938 nicht auf der Burg, sondern in Vierzehnheiligen statt.
- 1939 wird die Burg auf Betreiben des Reichsführers SS und Chefs der deutschen Polizei, Himmler, von den bayerischen Behörden beschlagnahmt; das Vermögen wird eingezogen, der Quickborn verboten.
- Gründe: „Innerkirchlich gebundene Haltung, bewusste Missachtung der Gesetze, staatsfeindliche Einstellung, staatsfeindliche Tätigkeit, Strafverfahren und polizeiliche Maßnahmen“.
- Der Quickborn lebt im Untergrund weiter.
- 1945 ist die weiterhin vom Freistaat Bayern beschlagnahmte Burg mit Flüchtlingen und Umsiedlern belegt.

- Amtshaus heute
- 1951 Rückgabe der Burg nach langen Verhandlungen mit der fränkischen Wiedergutmachungsbehörde an den neu gegründeten Verein.
- Seither zügiger Ausbau des Bildungsprogramms, neuerdings auch für die Jugendherberge, Mitgliedschaft im Bayerischen Volkshochschulverband.
- Das gelingt nur, weil die Mitglieder der Vereinigung immer wieder großzügig spenden und viel ehrenamtliches Engagement aufbringen. Viele Gäste fühlen sich der Burg und der Tagungsarbeit verbunden und werden Mitglied in der Vereinigung.
- Heinrich Kahlefeld, Ernst Ludwig, Rolf Zerfaß und Gotthard Fuchs setzen als „Burgpfarrer “die theologische und liturgische Tradition unter sich ständig verändernden gesellschaftlichen Bedingungen fort. Die Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) fallen auf fruchtbaren Boden. Das Bildungsangebot wird unter den Bildungsreferenten Barbara Gerl, Ludger Bradenbrink und Joachim Hake thematisch aufgefächert und zu einem Ganzjahresprogramm ausgebaut. Die Burg hat unter Referenten einen guten Ruf; manche kommen über Jahre hinweg und prägen die inhaltliche Auseinandersetzung.
- Nicht zuletzt dem unermüdlichen, jahrzehntelangen Einsatz von Meinulf Barbers als Vorsitzendem der Vereinigung ist es zu verdanken, daß die große Anlage nach dem Neubeginn Zug um Zug saniert, aus- und umgebaut wird und sich heute als ein denkmalsgeschütztes Schmuckstück auf gesundem wirtschaftlichen Fundament präsentiert.
- 2009 Burg Rothenfels investiert in nachhaltigen, ökologisch sinnvollen Energieverbrauch aus regionalen nachwachsenden Rohstoffen (völlige Abkehr vom Öl, Bau einer Holzhackschnitzelheizung mit angeschlossener neuer Küche). nach oben

- Holzhackschnitzelheizung im Fiegegarten