Liturgie zwischen Freiheit und Verantwortung

Burg Rothenfels ist fest verbunden mit der Liturgischen Bewegung: Hier wuchs in den 1920-er Jahren die Überzeugung, dass die erstarrte römische Liturgie sich verändern muss, wenn sie die Menschen in den Seelen erreichen möchte. Dafür steht der Name Romano Guardini. Aber auch viele andere aus dem Umfeld von Quickborn und Burg gaben dieser Bewegung Schwung und Wirkkraft weit über die Rothenfelser Jugend hinaus.

Gottesdienste so zu feiern, dass alle sie innerlich und leibhaftig mitvollziehen können – das ist das Erbe der liturgischen Bewegung auf Burg Rothenfels. Dieser Gedanke durchdringt auch das weltberühmte Raum-Ensemble mit Rittersaal und Kapelle, das Rudolf Schwarz geschaffen hat.

Viele unserer Freunde und Gäste beteiligen sich auch heute an der Gestaltung der Liturgie: kreativ und zugleich behutsam, aus der Situation heraus und zugleich verantwortet vor dem Anspruch liturgischer Bildung. Besonders auf der Rothenfelser Ostertagung gehört dies fest zum Konzept – hat es doch die hier auf die Spur gebrachte Wiederbelebung der Osternacht bis ins Messbuch geschafft! Auch der Quickborn praktiziert auf seinen Tagungen eine ausgesprochen breit verankerte Mitmachkultur.

Dies alles geschieht heute in ökumenischer Offenheit. Der Trägerverein steht allen Christen offen und bevorzugt deshalb keine Konfession. Die großen Gottesdienste an den hier gefeierten Festtagen Ostern und Pfingsten sind geprägt vom Burgpfarrer (zur Zeit Dr. Gotthard Fuchs, katholisch), werden aber nach guter ökumenischer Gepflogenheit im Wechsel auch von Geistlichen anderer Konfessionen geleitet.

Im Rahmen manch anderer Tagung trägt der Leiter der Bildungsstätte (zur Zeit PD Dr. Achim Budde) Verantwortung für das gottesdienstliche Leben – zumeist in Gestalt von Morgen- oder Abendlob. Burg Rothenfels ist Gründungsmitglied und Sitz des Netzwerks Ökumenisches Stundengebet e.V., das sich um eine zeit- und kontextgemäße Feier der „Basis-Liturgie des Volkes Gottes“ bemüht.

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