This website uses cookies

Burg Rothenfels verwendet Cookies. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie Nutzung zu.

Pressemitteilung

Jugend hat ein Recht auf Jugend, Freiheit und Freude

Burg Rothenfels. Im Februar 1919 kaufte der katholische Jugendbund Quickborn die alte Burg im Spessart, um daraus einen Treffpunkt für junge Menschen aus ganz Deutschland zu machen. Seitdem ist Burg Rothenfels Jugendburg und Bildungsstätte. Das ist am 23. Feburar 2019 im Rittersaal auf Burg Rothenfels mit über 200 Gästen aus der Vereinigung, Politik und Kirche gefeiert worden.

„Rothenfels ist ein Ort, an dem ein Zauber, ein Charisma durch die Ritzen weht. Und das seit 100 Jahren“, sagte die Bundesvorsitzende des BDKJ, Lisi Maier, in ihrer Festrede im vollbesetzten Rittersaal auf Burg Rothenfels. Der Quickborn habe die gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen und Jungen schon früh umgesetzt. „Das war revolutionär, gerade auch im katholischen Bereich“, betonte sie. „Jugend hat ein Recht auf Jugend, Freiheit und Freude“ zitierte die Bundesvorsitzende Hermann Hofmann, einen der Gründerväter des Quickborn. Das werde noch heute Tag für Tag auf Burg Rothenfels umgesetzt und sei vielleicht das Charisma, das die Burg durch die Zeit trage.

Der Name Burg Rothenfels ist eng mit Romano Guardini verbunden. „Er hat die liturgischen Fenster weit geöffnet und wesentliche Beschlüsse des Vatikanischen Konzils vorweggenommen“, sagte Maier. Die Geschicke des Jugendbundes in der NS-Zeit, in der der Quickborn verboten und fünf seiner Mitglieder von den Nationsalsozialisten hingerichtet wurden, sah Maier als Mahnung für die Gegenwart. „Die Demokratie ist auch heute in Gefahr. Wir müssen für sie einstehen“, betonte sie.

Der Historiker, Journalist und frühere Bildungsreferent von Burg Rothenfels, Dr. Winfried Mogge, blickte in seinem Vortrag auf die Gründungsjahre zurück. Für 70.000 Goldmark erstand der Quickborn das „unrentierliche Objekt“ und verwirklichte damit seinen Traum einer Jugendburg. Burg Rothenfels war die erste Jugendburg in Deutschland. „Es war unendlich viel zu tun, bevor die Quickborner hier einziehen konnten“, sagte Mogge. Der Kauf der Burg sei in die Welle postromantischer Burgenbegeisterung einzubetten, die die Jugendbünde nach dem ersten Weltkrieg ergriff.

Burg Rothenfels ist ein Ort, an dem viele mitgestalten und dadurch für ihr eigenes Leben gewinnen. „Die historischen Mauern der Burg geben uns Heimat und umschießen uns gewissermaßen freundschaftlich. Gastfreundschaft zu erfahren und Freundschaft zu stiften, dafür steht unsere Burg“, beschreibt der Sprecher des Burgrats, Niklas Krieg. die Faszination von Rothenfels. Bei der Bildungsarbeit sei die Frage nach dem christlichen Profil von Rothenfels zentral. „Wir spüren, es ist wichtig, unser christliches Erbe weiterzuführen“, sagte er.

„Gast und Gastgeber zugleich möchte Burg Rothenfels sein“, sagte die Vorsitzende der Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels e.V., Dr. Mathilde Schaab-Hench. Dazu tragen vor allem die 40 Mitarbeiter und vielen Ehrenamtlichen bei, denen ihr besonderer Dank galt. „Burg Rothenfels ist für viele eine Art Heimat, die sie auch in der Ferne inspiriert“, sagte die Vorsitzende.

Die Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels blickt als Eigentümerin und Betreiberin der Burg optimistisch in die Zukunft: „Wir sind zuversichtlich, dass es auch in den nächsten Jahrzehnten gelingen wird, uns auf Burg Rothenfels den drängenden Herausforderungen der Zeit zu stellen, die immerwährende Frage eines verantwortungsvollen und gelingenden Lebens zu ergründen und der Suche nach Gott und dem eigenen Glauben nachzugehen“, sagte Dr. Mathilde Schaab-Hench.

 

Die Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels e.V. hat rund 1.000 Mitglieder. Vor 100 Jahren hat sie Burg Rothenfels gekauft und betreibt dort ein christliches, ökumenisch orientiertes Tagungshaus und eine Jugendherberge. Der Vereinsvorstand führt die Geschäfte der Burg ehrenamtlich. Der Jahresumsatz beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro. Ein ebenfalls ehrenamtlich tätiger Burgrat mit bis zu neun Mitgliedern gestaltet mit dem Bildungsreferenten und dem von den Mitgliedern gewählten Burgpfarrer das Bildungsprogramm und bestimmt die inhaltliche Ausrichtung der Burg. Sie beherbergt jährlich über 20.000 Menschen. Auf Rothenfels wirkte der bedeutende Theologen Romano Guardini. Rudolf Schwarz – einer der wichtigsten Kirchenarchitekten Deutschlands im 20. Jahrhundert –schuf in den 1920er Jahren mit der Kapelle und dem Rittersaal ein einzigartiges Ensemble. Die Denkmalpflege stuft diese neuen Elemente und die alte, gut erhaltene Stauferburg als national bedeutend ein. Durch die Nutzung und fortlaufenden Investitionen konnte der Burgerhalt nun schon 100 Jahre gesichert werden.

 

Das Jubiläumsbuch:

Zur 100-Jahr-Feier hat die Vereinigung ein Buch herausgegeben. Es hat 150 Seiten und nimmt die Leser mit auf einen Streifzug durch Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Burg Rothenfels und der Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels. Viele, zum Teil unveröffentlichte Fotos illustrieren die Texte. Sie zeigen die alten Mauern – und natürlich die Menschen. Denn sie waren und sind es, die Burg Rothenfels zu dem mach(t)en, was sie ist: ein ganz besonderer Ort.

Wo wir Gast und Gastgeber sind. Burg Rothenfels – seit 100 Jahren unsere Burg, herausgegeben von der Vereinigung der Freunde von Burg Rothenfels e.V., Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2019, ISBN 978-3-8260-6726-6.

Eindrücke zum Festakt, festgehalten von Fotograf Dominik Meixner:

Das könnte Sie interessieren